Berlin – CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer will den Klimaschutz über eine Steuerreform vorantreiben. Sie regte unter anderem auch eine Abwrackprämie für Ölheizungen an. Das Echo ist überwiegend positiv. Derzeit gibt es noch eine staatliche Förderung für Ölheizungen – aber nur für besonders effiziente Anlagen, wie das Wirtschaftsministerium erläuterte. Laut Umweltministerium sind neue Ölheizungen in Gebieten mit höherem Risiko von Überschwemmungen bereits nicht mehr möglich. Der Energieverband BDEW sieht bei einem Austausch alter Ölheizungen ein erhebliches CO2-Einsparpotenzial. Hauptgeschäftsführer Stefan Kapferer sagte: „Eine Abwrackprämie für alte Ölheizungen kann klimapolitisch sehr relevant sein.“ Das Klimakabinett müsse aber die richtigen Anreize setzen. Der Austausch sei bisher sehr kompliziert.
Würde man alle Ölheizungen durch moderne Heiztechnologien ersetzen, ließen sich insgesamt bis zu 30 Millionen Tonnen CO2 einsparen. Wie aus einer BDEW-Studie hervorgeht, liegen fast die Hälfte der 5,8 Millionen Gebäude, die noch durch eine Ölheizung versorgt werden, im sogenannten gasberohrten Gebiet. Das bedeutet laut BDEW, dass mindestens 2,1 Millionen dieser Gebäude schnell und unkompliziert mit einer Gasheizung modernisiert werden könnten. Weitere 510 000 Gebäude ließen sich an das Fernwärmenetz anschließen. Fast jede vierte Heizung ist laut Studie 25 Jahre alt oder älter, das Durchschnittsalter liege bei 17 Jahren. Rund 70 Prozent der 40,6 Millionen Wohnungen in Deutschland verfügten über eine Zentralheizung: Mit 35,7 Prozent dominiere die Erdgas-Zentralheizung, gefolgt von der Öl-Zentralheizung.
Wie das Institut für Wärme und Oeltechnik mitteilte, entsprechen bundesweit fast zwölf Millionen Gas- und Ölheizungen nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik. Dementsprechend groß sei der Modernisierungsbedarf.
Die Präsidentin des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE), Simone Peter sagte: „Ölheizungen passen nicht in eine klimafreundliche Wärmeversorgung.“ Statt neue Öl- und Erdgasheizungen weiter zu fördern, sei der vollständige Einsatz erneuerbarer Energien im Wärmesektor voranzubringen. » GELD & MARKT