Zeuge: Staat befeuerte Cum-Ex-Deals

von Redaktion

Bonn – Bei den hoch umstrittenen „Cum-Ex“-Geschäften hat der Staat nach Aussage eines beteiligten Anwalts die Tür selbst weit aufgestoßen für Transaktionen zu Lasten der Allgemeinheit. Ein 2007 beschlossenes Gesetz habe die „Cum-Ex“-Geschäfte erst richtig angefacht, sagte ein 48-jähriger Zeuge gestern vor dem Bonner Landgericht. „Es war gedacht zur Eindämmung von ,Cum-Ex‘, aber es war ein Brandbeschleuniger.“ Die Akteure hätten ihre Geschäfte oft ins Ausland verlagert und danach stärker weitergemacht als zuvor.

Der 48-Jährige war lange Berater von Investoren, welche sich mit „Cum-Ex“-Transaktionen Steuern erstatten ließen. Er trat als Zeuge auf, in anderen „Cum-Ex“-Verfahren ist er Beschuldigter. Nach Auskunft des Mannes nahm die Banken- und Beraterlobby inklusive seiner Kanzlei erheblich Einfluss auf das Gesetz von 2007. Es sei „eins zu eins“ nach ihren Vorstellungen verfasst worden.  dpa

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