Die Große Koalition streitet darüber, wie sie mit Blick auf die Coronakrise mit der Einführung der Grundrente verfahren soll. Während Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) betonte, die Grundrente solle wie geplant zum 1. Januar 2021 eingeführt werden, sprach sich der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion, Carsten Linnemann (CDU), dagegen aus. Die Grundrente solle angesichts der Krise auf Eis gelegt werden. „Wir müssen uns jetzt voll und ganz auf die Bewältigung der Krise konzentrieren“, stellte Linnemann klar. Alles andere, das weniger existenziell sei, müsse bis auf Weiteres zurückgestellt werden.
In der Coronavirus-Krise verlangen Frankreich, Italien, Spanien und sechs weitere Länder die gemeinsame Aufnahme von Schulden in der Europäischen Union. Die heute so genannten Corona-Bonds waren infolge der Finanzkrise des Jahres 2008 bereits als „Euro-Bonds“ in der Debatte. Deutschland ist damals wie heute strikt gegen solche gemeinsamen Anleihen. Mehr Chancen hat die Nutzung des Euro-Rettungsschirms ESM im Kampf gegen die dramatischen wirtschaftlichen Folgen der Pandemie. Der ESM hat noch 410 Milliarden Euro Kreditlinie zur Verfügung. Eurogruppen-Chef Mario Centeno erwartet dazu eine Vereinbarung binnen weniger Tage.
Bei Thyssenkrupp sind die Weichen für den Abbau von mehr als jedem zehnten Arbeitsplatz im Stahlbereich gestellt. Der größte deutsche Stahlkocher hat sich mit den Arbeitnehmervertretern auf einen Tarifvertrag geeinigt, der den Abbau von 3000 der rund 28 000 Stellen ohne betriebsbedingte Kündigungen regelt. Die Beschäftigungssicherung gilt bis zum 31. März 2026, wie Thyssenkrupp mitteilte.
Der US-Finanzinvestor Kohlberg Kravis Roberts (KKR) hat seinen Anteil an den Aktien des Medienkonzerns Axel Springer auf rund 47,62 Prozent aufgestockt. Hintergrund ist der Plan des Medienhauses, sich nach rund 35 Jahren von der Börse zurückzuziehen, KKR hatte den Streubesitz-Aktionären angeboten, zuvor ihre Anteile zu verkaufen.
Arbeitnehmer in Deutschland haben 2019 das sechste Jahr in Folge von einem über der Inflation liegenden Lohnanstieg profitiert. Die um die allgemeine Preissteigerung bereinigten Verdienste, die sogenannten Reallöhne, stiegen nach endgültigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes im Schnitt um 1,2 Prozent. Nominal stiegen die Löhne um 2,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Verbraucherpreise erhöhten sich um 1,4 Prozent. Damit blieb unter dem Strich ein Plus von 1,2 Prozent.