EU: Verbrenner-Aus weiter aufweichen

von Redaktion

Brüssel – Um den Jahreswechsel hatte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen nach viel Kritik aus der Autoindustrie angekündigt, dass Autobauer ihre Flottenemissionen bis 2035 statt um 100 Prozent nur um 90 Prozent senken müssen. Die konservative EVP-Fraktion im Europaparlament, zu der auch CDU und CSU gehören, will dieses Ziel noch weiter aufweichen. Konkret will die EVP, dass Hersteller die Emissionen ihrer Neuwagen bis 2035 nur noch um 73 Prozent senken müssen. Möglich machen sollen das eine Anrechnung für die Beimischung von Biokraftstoffen und E-Fuels sowie für die Verwendung von grünem Stahl bei der Autoproduktion. Von der Leyen hatte ursprünglich beide Maßnahmen ins Spiel gebracht, um zu kompensieren, dass die Autos ihren CO2-Ausstoß statt auf 100 nur auf 90 Prozent senken müssen.

Die EVP drängt in weiteren Bereichen auf zusätzliche Lockerungen. So sollen Plug-in-Hybride bei der Berechnung der Flottenemissionen weiter mit sehr geringen statt wie eigentlich geplant mit realitätsnäheren Verbrauchswerten kalkuliert werden. Zudem will die EVP eine eigene Fahrzeugklasse für rein mit E-Fuels und Biokraftstoffen betriebene Verbrenner etablieren. Sie sollen als emissionsfrei in die Bilanz eingehen und den Verkauf klassischer Verbrenner ausgleichen können.

Europas Konservative würden ein „Rabattsystem für alte Technologien“ einführen wollen, das Europas Autobauer technologisch zurückwerfe und Jobs koste, sagte Michael Bloss, der für die Grünen im EU-Parlament sitzt. „Europa braucht keine neuen Schlupflöcher für Diesel und Benzin, sondern endlich gute, bezahlbare E-Autos made in Europe.“HÖSS

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