Backstationen setzen Bäckereien unter Druck

von Redaktion

An den Backstationen im Supermarkt bedienen sich die Kunden selbst. © Marcus Brandt, dpa

Köln – Die Menschen in Deutschland kaufen Brot, Semmeln und andere Backwaren immer häufiger im Supermarkt oder beim Discounter statt in klassischen Bäckereien. Das zeigt eine Auswertung des Marktforschungsunternehmens YouGov. Supermärkte und Discounter haben ihr Angebot in den vergangenen Jahren deutlich ausgebaut. Viele Filialen sind inzwischen mit Backstationen („bake off“) ausgestattet, bei einzelnen Ketten sogar nahezu alle. Laut YouGov entfielen im ersten Quartal bereits 70 Prozent der in Deutschland verkauften Mengen an Brot und anderen Backwaren auf den Lebensmitteleinzelhandel. In der Regel werden die Teiglinge angeliefert und in den Filialen aufgebacken.

Teilweise kommt die Ware aus der Industrie, etwa von Unternehmen wie Lieken oder Harry. Teilweise stellen die Händler sie selbst her. Bei der Großbäckerei Bonback laufen nach eigenen Angaben bis zu zehn Millionen Semmeln pro Woche vom Band. Das Tochterunternehmen der Schwarz-Gruppe produziert für Lidl und Kaufland. Auch Edeka hat eigene Großbäckereien. Die Filialen von Aldi Süd werden hingegen von regionalen Bäckereien beliefert.

Der Leiter der Creditreform Wirtschaftsforschung, Patrik-Ludwig Hantzsch, sieht einen tiefgreifenden Strukturwandel in der Branche. „Das klassische Bäckerhandwerk steht von mehreren Seiten unter hohem Druck. Die Konsumgewohnheiten haben sich signifikant verändert.“ Traditionellen Fachgeschäften gehe so wichtige Laufkundschaft verloren. Vor allem kleinere, inhabergeführte Betriebe gerieten durch steigende Kosten, wachsenden Preiskampf und sparsame Konsumenten ins Hintertreffen.DPA

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