Der Mühlhiasl – Weissager und Prophet
Die Gläserne Scheune in Viechtach ehrt den Mühlhiasl mit einem Glasfenster. © dpa
München – Der „Mühlhiasl“ war ein Weissager und Prophet aus dem Bayerischen Wald (ca. 1753–1805), den die Zeitgenossen auch „Waldprophet“ nannten. Aus Wut auf die Kirche, durch die er seinen Pachtvertrag seiner Mühle verlor (er konnte das Darlehen nicht zurückzahlen), prophezeite er 1801: Die Mönche müssten schon bald ihr Kloster verlassen. Napoleon und die Säkularisation machten es möglich: Das Kloster wurde 1803 aufgelöst. Die wenigen unsicheren Quellen beschreiben den Mühlhiasl als Mann, der sich mehr und mehr zum Sonderling entwickelte. Seine Prophezeiungen äußerte er in einer Art Ekstase. Werner Herzog hat Matthias Lang (so hieß er wahrscheinlich) 1976 im Film „Herz aus Glas“ verewigt. In der Gläsernen Scheune (Viechtach im niederbayerischen Landkreis Regen) gibt es eine große Glaswand, die sich Leben und Weissagungen Mühlhiasls widmet.