Zwiebeln: Scharf, mild und heilsam

von Redaktion

Nach Tomaten und Karotten finden sich auf Rang drei die Zwiebeln als beliebtestes Gemüse in deutschen Haushalten. Angebote aus heimischer Ernte gibt es jetzt überall im Handel. Es lohnt sich also ein genauerer Blick aufs Etikett, wenn man weit gereiste Ware aus Ägypten oder Indien vermeiden möchte. Und natürlich ein Blick auf die Zwiebeln selbst, wenn man gute Qualität kaufen will.

Die Zwiebeln müssen fest, ohne Austriebe und ohne Beschädigungen sein. Weiche Stellen oder Feuchtigkeit deuten auf Fäulnis hin. Die Außenhäute dürfen Risse aufweisen, sollten aber unbedingt trocken sein. Kühl, trocken und dunkel aufbewahrt, lassen sich Zwiebeln einige Zeit lagern, braune Küchenzwiebeln sogar bis zu einem halben Jahr. Sie sind besonders pikant im Geschmack und am häufigsten in deutschen Küchen zu finden.

Die Schärfe und das typische Zwiebelaroma stammen von den enthaltenen Schwefelverbindungen. Schneidet man rohe Zwiebeln, reagieren in den beschädigten Zellen Enzyme mit schwefelhaltigen Aminosäuren, was reizende Gase entstehen lässt – und für tränende Augen sorgt. Ein paar kleine Tricks können das unangenehme Phänomen lindern. Nützlich ist ein möglichst scharfes Messer, damit beim Schneiden weniger Zellen zerstört werden. Es soll auch helfen, Zwiebel und Messer mit Wasser zu benetzen. Legt man die Zwiebeln vor dem Schneiden eine Stunde in den Kühlschrank, verringern die niedrigen Temperaturen die Enzymaktivität.

Oder man weicht auf mildere Sorten aus, wie weiße Zwiebeln oder große Gemüsezwiebeln. Diese lassen sich gut mit Hackfleisch oder Schafskäse füllen und im Ofen überbacken. Aufgrund ihrer Größe und ihres milden Geschmacks eignen sie sich auch bestens für Flammkuchen oder Zwiebelsuppe.

Bei den roten Zwiebeln gibt es sowohl mild-süßliche Varianten als auch pikant-scharfe. Durch die rote Farbe sind sie besonders dekorativ, zum Beispiel in feine Ringe geschnitten im Salat. Egal, welche Sorte man bevorzugt: Zwiebeln sind nicht nur eine kulinarische Bereicherung, sondern auch überaus gesund. Verantwortlich dafür ist ein Cocktail aus sekundären Pflanzenstoffen, die stark antioxidativ wirken. Ihnen werden entzündungshemmende, blutzuckerregulierende und sogar krebshemmende Eigenschaften zugeschrieben. Wegen ihrer wertvollen Inhaltsstoffe wird die Zwiebel auch vielseitig als Hausmittel verwendet, vor allem gegen Erkältungsbeschwerden. So wirken Zwiebelsaft oder Zwiebelhonig keimhemmend im Rachenraum und können Husten lindern. Zwiebelsäckchen helfen bei Ohrenschmerzen. Dabei werden klein gehackte Zwiebeln in einem Baumwollsäckchen so aufs Ohr gelegt, dass die austretenden Dämpfe ins Innere gelangen.

Zwiebelchutney

Zutaten: 500 Gramm rote Zwiebeln, 3 Esslöffel Olivenöl, 100 Gramm brauner Zucker, 100 Milliliter trockener Rotwein, Saft von 1 Zitrone, 1 Lorbeerblatt, eine halbe Chilischote, Thymian, Salz

Zubereitung: Zwiebeln schälen, klein schneiden und in Olivenöl andünsten. Zucker dazugeben und karamellisieren lassen. Dann mit Rotwein und Zitronensaft ablöschen. Lorbeerblatt, Thymian und fein gehackte Chilischote dazugeben und bei geringer Hitze etwa 20 Minuten köcheln lassen. Mit Salz abschmecken. Schmeckt gut zu Käse, kaltem Braten oder auf gerösteten Brotscheiben.

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