Die Stiftung Warentest hat zehn Schnellkochtöpfe mit einem Fassungsvermögen von sechs Litern getestet. Darunter Modelle von Fissler, WMF und Tefal. Besonders groß sind die Unterschiede bei der Druckanzeige und dem Wärmehaltevermögen.
Verbrennungsgefahr bei einem Topf
Die zehn Schnellkochtöpfe im Test kochten tatsächlich alle schnell, vor allem auf dem Induktionsherd. Sie waren alle sicher bis auf einen, den System Classic von GSW. Dieser lässt sich öffnen, obwohl der Druck im Topf noch höher ist, als die Norm erlaubt. Heißer Dampf könnte die Haut verbrennen. Das Urteil lautet daher nur mangelhaft. Bei allen anderen drohte selbst bei falscher Bedienung keine Gefahr.
Wichtig ist eine gute Druckanzeige
Im Schnellkochtopf herrscht ein höherer Druck als in einem üblichen Kochtopf. Deshalb heizt sich der Wasserdampf auf über 100 Grad auf. Wie hoch der Druck und die Temperatur im Kessel genau sind, das ist wichtig für die Garzeit, also wann das Essen fertig gekocht ist. Der Fissler Vitavit Premium für 240 Euro und der WMF Perfect Premium für 225 Euro punkten mit ihren fest einstellbaren Garstufen und ihrer Druckanzeige mit Ringen. Sie sind die beiden Besten im Test, allerdings keine Schnäppchen. Wer auf fixierte Garstufen verzichtet und den Druck im Topf nur per Herdplatte regelt, erhält gute Töpfe zum geringeren Preis: Der Fissler Viaquick für 190 Euro und der WMF Perfect für 165 Euro sind deutlich günstiger als die Testsieger.
Aufheizen dauert 13 bis 34 Minuten
Im Test füllten die Tester die Schnellkochtöpfe mit drei Litern Wasser und heizten hoch, bis ein Druck von 0,7 Bar erreicht war. Auf dem Induktionsherd heizte der Drucktopf schon in 13 bis 14 Minuten hoch. Nur einer brauchte länger. Bei einem Kochfeld mit Wärmestrahlung, also etwa einer glühenden Spirale unter der Glaskeramikplatte, dauerte es zwischen 20 und 34 Minuten.
Rund 30 Prozent Energie gespart
Beispielhaft kochten die Produkte im Test auch 750 Gramm ungeschälte Kartoffeln auf einem Induktionsherd. Und zwar mit einem Schnellkochtopf, mit einem herkömmlichen Topf mit Deckel sowie mit einem Dampfgarer. Im herkömmlichen Topf liegen die Kartoffeln im kochenden Wasser. Ein Dampfgarer kocht das Essen in Dampf wie der Schnellkochtopf – allerdings ohne Druck und bei 100 Grad. Die Ergebnisse: Im Drucktopf waren die Kartoffeln ohne schnelles Abdampfen nach 20 Minuten fertig, es wurden 193 Wattstunden Energie verbraucht. Das entspricht etwa so viel Strom wie eine LED-Birne im Haushalt, die 20 Stunden brennt. Beim Wassertopf waren es 29 Minuten und 295 Wattstunden, beim Dampfgarer 34 Minuten und 377 Wattstunden. Wer also von einem üblichen Topf samt Deckel auf einen Schnellkochtopf umsteigt, spart im Fall der Kartoffeln 30 Prozent Energie.
Mehr Vitamine im gedämpften Essen
Außerdem bleiben mehr Vitamine in der Kartoffel, wenn die Knollen schonend im Dampf garen und nicht Nährstoffe durch kochendes Wasser ausgewaschen werden. Bei geschälten Kartoffeln zum Beispiel sind in dampfgegarten Exemplaren noch 80 Prozent des ursprünglichen Vitamin C erhalten, in wassergekochten nur 60 Prozent. Ähnlich ist es bei Mineralstoffen wie Kalium, Phosphor oder Magnesium. Auch hier lässt der Dampf deutlich mehr im Lebensmittel als kochendes Wasser.
Ersatzteile beim Hersteller vorrätig
Die meisten Anbieter gaben bei einer Befragung an, Ersatzteile für zehn Jahre zu garantieren. Einer hält sie sogar 15 Jahre vorrätig, einer nur fünf. Vor allem ein Dichtungsring wird ab und zu fällig. Hier variieren die Preise stark, zwischen sieben und 25 Euro.
Dichtungsring auswechseln
Manche Anbieter schreiben in ihrer Bedienungsanleitung vor, alle Jahre den Silikon- oder Gummiring zu wechseln. Auf jeden Fall sollten Köche ihrem Schnellkochtopf einen neuen Dichtungsring spendieren, wenn sich Verschleiß zeigt – etwa wenn der Ring deutlich härter ist als zu Beginn der Nutzung.