Tiere sind auf unsere Hilfe angewiesen
Kühe stehen im Sonnenaufgang auf einer Weide.
Zum Bericht „49 tote Tiere durch Misshandlung und Tierquälerei“ (Regionalseiten):
Grausamer als der Mensch kann wohl kaum ein Lebewesen sein. Mir dreht sich der Magen um, wenn ich von einem solch erschütternden Fall von Tierquälerei höre – diesmal aus Griesstätt. 49 Tiere sollen dort unter katastrophalen Bedingungen gehalten worden sein. Berichten zufolge waren sie vernachlässigt, unterernährt, durstig und Krankheiten ausgesetzt.
Es ist erschütternd, dass diese Tiere offenbar über einen längeren Zeitraum leiden mussten. Jeder, der Tiere hält, ob in der Landwirtschaft oder privat, trägt Verantwortung für ihr Wohlergehen. Dazu gehören eine artgerechte Haltung, ausreichende Versorgung und Pflege sowie ein respektvoller Umgang.
Besonders fragwürdig ist, warum so lange nicht eingegriffen wurde. Auch die Aussage der Ehefrau, sie habe gemeint, es passe alles, wirft Fragen auf. Haben Nachbarn, Bekannte oder die zertifizierten Milchabnehmer tatsächlich nichts bemerkt? Oder wurde bewusst weggesehen? Auch das verhängte Urteil von einem Jahr und zehn Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung sowie einer Geldstrafe von 750 Euro lässt angesichts des beschriebenen Tierleids viele Fragen offen.
Die Tiere konnten sich nicht selbst aus ihrer Lage befreien. Sie waren vollständig darauf angewiesen, dass Menschen ihre Not erkennen und handeln. Hat wirklich niemand etwas bemerkt, oder wollte man nicht hinsehen?
Tiere sind fühlende Lebewesen und auf unsere Hilfe angewiesen. Gerade deshalb darf bei solchen Fällen nicht einfach zur Tagesordnung übergegangen werden. Tierquälerei ist kein Einzelfall. Wegschauen darf niemals eine Option sein, wenn Lebewesen auf unsere Hilfe angewiesen sind.
Rosenheim