Zum Überleben braucht es Glück – und Mut
Israel feiert Helden von Flug FZ 1073
In fünf Tagen jährt sich der Horror des 7. Oktober für Israel zum dritten Mal. Und wie es aussieht, ist das Land einer weiteren Katastrophe nur mit großem Glück entkommen. Doch war es nicht Fügung allein, die den 174 Passagieren von Flug „FZ 1073“ das Leben rettete: Es war die Tatkraft und Entschlossenheit von Menschen, die seit vielen Jahren all ihre Wehrhaftigkeit brauchen, um in einer feindlich gesinnten Welt zu überleben. Zu Recht feiert das Land den Mut jenes Israelis, der erst half, den Terroristen im Cockpit zu überwältigen, um dann das Flugzeug vor dem Absturz zu bewahren; er hatte die TV-Serie „Mayday – Alarm im Cockpit“ gesehen und wusste, was zu tun ist. Eine andere Heldengeschichte schrieb der indische Pilot: Hätte er nicht mit letzter Kraft die Cockpittür geöffnet, stünde der Nahe Osten heute vor einer weiteren Explosion. Denn Israel, das am 7. Oktober 2023 1195 Menschenleben verlor, hätte den Mord an weiteren 174 Landsleuten nicht ungesühnt gelassen.
Gewiss wird es auch jetzt wieder nicht an Stimmen fehlen, die Israel selbst für das ihm um Haaresbreite widerfahrene Unglück verantwortlich machen. Unbestreitbar hat der Gazakrieg den Judenhass weltweit neu aufgestachelt. Doch ist und bleibt die nach dem 7. Oktober 2023 erfolgte Täter-Opfer-Umkehr eine Schande. In Berlin wurde gerade eine Partei stärkste Kraft, die am Wahlabend mit pro-palästinensischen Terror-Sympathisanten Party machte. Der Antisemitismus, von dem die Linkspartei Glauben machen will, er betreffe nur wenige schwarze Schafe, wurzelt tief in ihrer DNA, er ist sinnstiftend für sie und ihren „postkolonialen Kampf“ geworden. Ihren Wahltriumph hat sie nicht trotz, sondern wegen ihres Hasses auf Israel errungen. So wie manche ihrer heutigen Wähler den Terror des 11. September bejubelten, wäre auch heute die Freude groß gewesen, wenn der Terrorist von Flug FZ 1073 sein tödliches Werk vollendet hätte.
Bereits die Aufnahme von Sondierungen mit dieser Partei durch Grüne und SPD ist unerträglich. Das Wort vom „Schutz jüdischen Lebens“ soll beiden im Hals stecken bleiben, wenn sie sich am Ende, wovon auszugehen ist, mit Terrorfreunden ins Koalitionsbett legen. Der Mut der Helden von Flug FZ 1073 beschämt die, die mit Judenhass auf Stimmenfang gehen. Und jene, die ihnen den Steigbügel halten.GEORG.ANASTASIADIS@OVB.NET