Privatschule – da denkt man an Kinder in Schuluniform, holzgetäfelte Bibliotheken und jede Menge Geld. Doch nicht jede Privatschule ist gleich eine Eliteschule für die Sprösslinge reicher Eltern. Die meisten der Privatschulen auch in Bayern bieten ein bodenständiges Umfeld für die schulische Ausbildung junger Menschen. Die Möglichkeiten allerdings sind in der Tat umfangreicher, als in einer „normalen“ Schule. Vielleicht deswegen sind Privatschulen heute beliebter denn je.
Laut dem Verband bayerischer Privatschulen (VBP) nimmt die Zahl der Einrichtungen seit Jahren zu und es werden dort immer mehr Kinder unterrichtet.
Immer mehr Kinder auf Privatschulen
Über 6000 Privatschulen gibt es in Deutschland, die von über einer Million Schülern besucht werden. Laut VBP wachsen die Schülerzahlen im Grundschulbereich am stärksten.
Heute scheint es den Eltern mehr und mehr bewusst zu sein, wie wichtig eine fundierte Ausbildung der Kinder im abschlussorientierten Deutschland ist. Eine optimale Entwicklung der jungen Menschen fördert die Zukunftschancen erheblich. Dabei hat es sich wohl herumgesprochen, dass sich Schulen in freier Trägerschaft oft durch kleine Klassen, individuelle Förderung und moderne pädagogische Konzepte auszeichnen. Das ist es den Eltern immer öfter Wert, das Schulgeld für eine private Schule aufzubringen.
Jede Privatschule hat ihr eigenes Konzept. Das ist Eltern in der immer pluraler werden Gesellschaft heute besonders wichtig. Viele wollen ihrem Kind nicht nur Wissensvermittlung, sondern auch Werte, Tugenden und Orientierung zukommen lassen. Deswegen suchen sie nach Schulen, die ihre pädagogischen Ansichten und Weltanschauung teilen.
Jede Schule hat ihr eigenes Konzept
Privatschulen finanzieren sich durch Zuschüsse des Staates und Beiträge, die die Eltern zu zahlen haben. Allerdings variieren die Kosten für Privatschulen stark – sie hängen zum Beispiel vom Standort, der Ausstattung oder der Klassengröße ab.
Vorteile sehen die Vertreter der Privatschulen nicht nur individuell für die Schüler. Sie gehen davon aus, dass der Wettbewerb zwischen privaten und öffentlichen Schulen das gesamte Schulsystem und Bildungswesen befördert.
Für Kommunen können Privatschulen ein wichtiger Standortvorteil sein. Kommunen und Landkreise sparen sich durch Privatschulen außerdem viel Geld, im Vergleich zu öffentlichen Schulen. Denn für sie fallen keine Schulunterrichtskosten, Sachkosten, Gastschulbeiträge oder Lehrpersonalkosten an.