Im Kampf um einen milliardenschweren Auftrag für die Stromversorgung des Irak gab sich Siemens-Chef Joe Kaeser gestern hartnäckig. In den vergangenen vier Wochen habe er das Land zweimal besucht, sagte er. „Und man muss einfach jetzt sagen, dass wir ein sehr wettbewerbsfähiges Konzept haben.“ Allerdings müsse man sich nun mit Kräften befassen, die „nicht industrietypisch“ seien. Damit meinte er das Vorgehen von US-Präsident Donald Trump, der zuletzt Druck auf die Regierung in Bagdad ausgeübt hatte, um dem Siemens-Rivalen General Electric (GE) einen Vorteil bei der Auftragsvergabe zu verschaffen. „Wir verkaufen keine Kampfhubschrauber und schicken auch keine Truppen hin, um Massenzerstörungswaffen zu finden. Wir wollen einfach nur Geschäfte machen, nachhaltig, anständig abwickeln und ordentlich miteinander auskommen“, kommentierte Kaeser. „Vielleicht kann ich auch, wenn es ganz abstruse Formen annimmt, noch einmal zum Abendessen gehen“, scherzte der Siemens-Chef in Anspielung auf sein Abendessen mit Trump am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos im Januar. Auf die Frage, ob er sich mehr Hilfe von der Bundesregierung im Ringen um den Irak-Deal gewünscht hätte, gab Kaeser keine klare Antwort. sh